Transparente Antworten auf kritische Fragen zu unserem Bewertungsmodell. Wir nehmen Kritik ernst und laden zur offenen Debatte ein.
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Der Begriff leitet sich direkt aus der "Business Intelligence" (BI) ab. In der Wirtschaft nutzt man BI, um aus riesigen Datenmengen klare Erkenntnisse für bessere Entscheidungen zu gewinnen. Man verlässt sich nicht auf Bauchgefühl, sondern auf Dashboards, KPIs und systematische Analysen. Genau das übertragen wir auf die Demokratie. Wir wollen weg vom reinen "Meinen" hin zum "Messen". Democracy Intelligence bedeutet: Wir liefern die Daten und Analysen, die Bürger:innen brauchen, um die Qualität des öffentlichen Diskurses zu bewerten und informierte Entscheidungen zu treffen. Es ist "Aufklärung durch Analyse".
In einer Demokratie darf jede Person und jede Organisation Aussagen analysieren und kritisieren. Wir nehmen niemandem Rechte weg, sondern machen transparent, wie Kommunikation wirkt. Bewertet werden nicht Menschen oder Parteien, sondern konkrete Formulierungen nach offenliegenden Kriterien. Jede Bewertung ist nachvollziehbar, kritisierbar und korrigierbar. Am Ende entscheidet das Publikum, ob es dem Modell vertraut.
Wir schreiben niemandem vor, was er denken oder wählen soll. Der Democracy Score sagt nicht, welche politische Position richtig ist, sondern wie verantwortungsvoll eine Aussage mit Wahrheit, Würde und demokratischen Regeln umgeht. Wer unsere Maßstäbe ablehnt, darf das tun. Dann liegt der Streit aber offen auf dem Tisch und dreht sich um das Grundgesetz, nicht um geheime Vorlieben eines Teams.
Zensur wäre ein staatliches Verbot von Äußerungen. Wir verbieten nichts und können auch nichts verbieten. Wir fügen der öffentlichen Debatte eine zusätzliche Informationsschicht hinzu: Wie wirkt diese Aussage auf die demokratische Kultur. Menschen behalten ihre volle Meinungs- und Redefreiheit. Sie bekommen lediglich ein weiteres Werkzeug, um Aussagen besser einordnen und hinterfragen zu können.
Der Eindruck kann entstehen. Aber dieser Eindruck sagt weniger über uns aus als über das Grundgesetz. Unser Maßstab ist nicht „unsere Meinung", sondern die freiheitlich-demokratische Grundordnung. Und die schützt Menschenwürde, Minderheiten, Gewaltenteilung, Faktentreue und den fairen Umgang miteinander. Wenn man diese Prinzipien heute „links-grün-woke" nennt, kritisiert man nicht unseren Score, sondern das normative Fundament Deutschlands. Wir bewerten Sprache nach verfassungsrechtlichen Standards – unabhängig davon, ob sie progressiv, konservativ oder liberal argumentiert.
Nein. Ein E ist kein Urteil über den Menschen, sondern über die Zusammensetzung der Aussage. Beim Nutri Score heißt ein E nicht, dass du ein schlechter Mensch bist, sondern dass dieses Produkt langfristig eher ungesund ist. Beim Democracy Score ist es ähnlich. Die Aussage bleibt zulässig, aber ihre Wirkstoffe belasten die demokratische Kultur. Wir beschreiben Wirkung, nicht Charakter oder Gesinnung.
Wie Lebensmittel Nährstoffe und Zusatzstoffe enthalten, enthält Sprache Fakten, Bewertungen, Frames und Emotionen. Einige stärken Vertrauen und Verständigung, andere schüren Misstrauen, Angst oder Verachtung. Wenn viele Akteure immer wieder mit denselben toxischen Mustern arbeiten, verschiebt sich das Klima einer Gesellschaft. Der Democracy Score macht diese Mischung sichtbar, damit Menschen bewusster entscheiden können, was sie „konsumieren".
Wir nutzen den Nutri Score nicht als Marke, sondern als Denkmodell, das viele bereits intuitiv verstehen. Die Idee einer Skala von A bis E, die Qualität signalisiert, ist kein exklusives Eigentum, sondern ein bewährtes Verständnismuster. Wir erklären ausdrücklich, dass wir ein eigenes System für politische Kommunikation entwickeln. Es geht um didaktische Anlehnung, nicht darum, vom Image eines anderen Labels zu profitieren.
Wir übernehmen weder das geschützte Logo noch das Design, noch behaupten wir, Teil des offiziellen Nutri Score Systems zu sein. Wir arbeiten nur mit einem ähnlichen Grundprinzip: Buchstaben und Farben als Orientierungssignale. So wie man sagen kann, etwas sei ein „TÜV für Aussagen", dürfen wir auch „wie der Nutri Score" erklären. Entscheidend ist die klare Abgrenzung und die Transparenz über den eigenständigen Charakter unseres Modells.
Sie macht in einem Bild verständlich, worum es uns geht. Nicht jede ungesunde Mahlzeit ist verboten, aber die Summe hat Folgen. Genauso ist es mit demokratiebelastender Kommunikation. Ein einzelner Ausrutscher ist nicht das Problem, gefährlich wird die Dauerernährung aus Halbwahrheiten, Entwertung und Angst. Die Metapher erklärt, dass wir Orientierung bieten möchten, ohne jemandem den politischen Speiseplan vorzuschreiben.
Nein. Der Score trifft keine Aussage darüber, welche politische Position richtig oder falsch ist. Er bewertet, wie eine konkrete Formulierung mit Fakten, Gegenpositionen und der Würde anderer umgeht. Menschen können unsere Bewertungen annehmen, kritisieren oder ignorieren. Ziel ist es, Wahrnehmung zu schärfen und Muster sichtbar zu machen, nicht Gedanken zu regulieren oder Mehrheiten umzuerziehen.
Wir bewerten einzelne Aussagen. Erst wenn viele Aussagen einer Person oder Partei vorliegen, entstehen Muster. Eine Partei kann in einem Moment sehr konstruktiv kommunizieren und im nächsten stark polarisierend. Der Score will solche Muster sichtbar machen, ohne jemanden pauschal zu verdammen oder zu heiligen. Aussagen bleiben die kleinste Einheit, auf der wir unsere Analysen aufbauen und begründen.
Die Metapher richtet sich nicht gegen Personen, sondern beschreibt die Wirkung einer Aussage auf die demokratische Kultur. Wenn Menschen entwürdigt, Institutionen ohne Belege delegitimiert oder Ängste gezielt geschürt werden, vergiftet das langfristig Vertrauen und Gesprächsfähigkeit. Eine kleine Dosis ist weniger bedenklich, bleibt aber nicht gesund. Deshalb können auch demokratische Parteien in toxische Muster rutschen und müssen sich daran messen lassen.
Ab einem bestimmten Punkt ist eine Aussage eindeutig demokratiebelastend. Die genaue Schwere bildet sich im Punktwert ab, nicht in immer neuen Buchstaben. Wichtiger als eine noch dramatischere Kennzeichnung ist die Frage, wie oft solche Aussagen vorkommen und ob dahinter Systematik steckt. Die Differenz entsteht durch Häufigkeit und Muster, nicht durch die Erfindung weiterer Etiketten am Rand der Skala.
Inhalte und Form lassen sich nicht vollständig trennen, aber unser Fokus liegt auf der kommunikativen Ausführung. Zwei Personen können dieselbe Forderung äußern, etwa nach einer Reform, aber sehr unterschiedlich darüber sprechen. Die eine arbeitet mit nachvollziehbaren Gründen und Respekt, die andere mit Schuldzuweisungen und Herabsetzung. Der Score misst, wie eine Position vermittelt wird, nicht welche Position jemand hat.
Demokratie lebt von Sprache. Wenn Debatten systematisch entgleiten, sinkt Vertrauen in Institutionen und die Bereitschaft, Kompromisse zu suchen. Ein Score bündelt komplexe Beobachtungen zu einem verständlichen Signal. Er ersetzt keine eigene Meinungsbildung, sondern ergänzt sie um eine zusätzliche Perspektive. Menschen können den Score nutzen, ignorieren oder hinterfragen. Aber sie sehen klarer, mit welchen kommunikativen Mitteln gearbeitet wird.
Der Score ist parteipolitisch neutral, aber normativ klar gebunden. Maßstab ist die freiheitlich demokratische Grundordnung mit ihren Prinzipien von Menschenwürde, Rechtsstaatlichkeit und Minderheitenschutz. Wir tun nicht so, als wäre völlige Wertfreiheit möglich. Wir legen unsere Werte auf den Tisch und sagen: Gemessen wird daran, ob Kommunikation dieses Fundament stärkt oder schwächt, unabhängig davon, ob sie progressiv oder konservativ argumentiert.
Ja, aber nicht mit der Autorität einer Behörde, sondern als Akteur in der öffentlichen Debatte. Politische Bildung bedeutet, Regeln und Wirkungen von Kommunikation sichtbar zu machen, Verzerrungen zu benennen und Diskussionsräume zu öffnen. Wir liefern nachvollziehbare Analysen, keine Strafen. Wer unsere Bewertungen für falsch hält, kann öffentlich widersprechen. Auch das ist Teil einer lebendigen demokratischen Auseinandersetzung.
Rechtlich geht es um die Frage, ob eine Äußerung verboten werden darf. Unsere Perspektive ist eine andere. Wir fragen, ob eine Formulierung die demokratische Gesprächsgrundlage stärkt oder untergräbt. Polemik kann legitime Kritik schärfer ausdrücken und Missstände sichtbar machen. Sie wird problematisch, wenn sie dauerhaft entmenschlicht, verleumdet oder die Realität so verzerrt, dass Vertrauen kaum noch möglich ist.
Nein. Demokratie braucht sichtbare Alternativen und klaren Streit. Polarisierung wird erst dann gefährlich, wenn sie aus Gegnern Feinde macht, denen man grundlegende Rechte oder Legitimität abspricht. Wir unterscheiden zwischen konstruktiver Polarisierung, die Unterschiede klärt, und destruktiver Polarisierung, die Gruppen gegeneinander antreten lässt. Bewertet wird nicht der Konflikt an sich, sondern seine demokratische Qualität.
Gemeinsinn bedeutet für uns, dass alle Akteure das demokratische Spielfeld respektieren, auf dem gestritten wird. Die Regeln sind: gleiche Würde, rechtsstaatliche Verfahren, Anerkennung legitimer Opposition. Innerhalb dieses Rahmens darf es harte Kritik, klare Alternativen und scharfe Attacken gegen Macht geben. Gemeinsinn ist kein Kuschelkurs, sondern die Einsicht, dass wir uns nicht gegenseitig aus dem System herausdefinieren sollten.
Meinungsfreiheit schützt vor staatlichen Eingriffen, nicht vor Kritik durch andere Bürgerinnen und Bürger. Eine Aussage kann völlig legal und zugleich demokratisch hoch problematisch sein. Wenn eine Formulierung Ressentiments schürt, Menschen entwürdigt oder Institutionen pauschal verächtlich macht, darf und soll das benannt werden. Wir orientieren uns nicht nur an der Frage, was gerade noch nicht strafbar ist, sondern an der Frage, was das demokratische Miteinander trägt.
Zuspitzung ist ein legitimes Mittel, um Aufmerksamkeit zu erzeugen und Konflikte klar zu benennen. Wir prüfen deshalb nicht, ob ein Satz „nett" ist, sondern ob er fair bleibt. Wird ein Problem klar beschrieben oder wird gezielt übertrieben, um Emotionen anzuheizen. Werden Verantwortliche kritisiert oder ganze Gruppen verächtlich gemacht. Die Linie verläuft zwischen pointierter Kritik und Propaganda gegen Personen oder Institutionen.
Wir unterscheiden zwischen Tatsachenbehauptungen und Wertungen. Bei Fakten prüfen wir, ob sie belegbar sind oder bewusst verzerrt werden. Bei Meinungen geht es darum, ob sie transparent als Meinung erkennbar sind und auf nachvollziehbaren Annahmen beruhen. Problematisch werden Formulierungen, die sich als Meinung tarnen, aber faktische Behauptungen mitschleppen, die nicht stimmen oder ohne Beleg in den Raum gestellt werden.
Pluralismus ist für uns kein Störfall, sondern Kern der Demokratie. Eine unpopuläre Minderheitsposition kann sehr demokratiestärkend sein, wenn sie sachlich vorgetragen wird und bereit ist, sich kritischen Fragen zu stellen. Umgekehrt kann eine Mehrheitsposition demokratiegefährdend sein, wenn sie Minderheiten entwürdigt oder ausschließen will. Wir bewerten deshalb nicht, wie verbreitet eine Meinung ist, sondern wie sie kommuniziert wird.
Wir machen Vorschläge, keine Vorgaben. Wenn wir alternative Formulierungen anbieten, zeigen wir, wie dieselbe Botschaft mit weniger Kollateralschäden für das demokratische Klima ausgedrückt werden kann. Wer bewusst verletzend, zynisch oder aggressiv kommunizieren möchte, kann das weiterhin tun. Wir versuchen sichtbar zu machen, welche Folgen das für Vertrauen, Gesprächsfähigkeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt hat.
Ja, aber die Anforderungen sind hoch. Wer sehr scharf argumentiert, muss besonders sauber mit Fakten umgehen und die Würde der Gegenseite achten. Emotionale Stärke ist erlaubt, manchmal sogar notwendig. Problematisch wird es, wenn Härte mit Unterstellungen, Pauschalisierungen oder Entmenschlichung einhergeht. Der Score belohnt also nicht Artigkeit, sondern die Kunst, kraftvoll zu streiten, ohne die demokratische Basis zu zerstören.
Das Modell orientiert sich an sozialwissenschaftlichen Standards: klare Kriterien, Codebuch, mehrstufiger Codierprozess, Intercoder Kontrollen und offene Dokumentation. Gleichzeitig sind wir ehrlich. Wir befinden uns in einer Beta Phase. Das heißt, die wissenschaftliche Validierung läuft noch und wir suchen aktiv externe Kritik. Wissenschaftlichkeit ist für uns kein Etikett, sondern ein Weg, den wir nachvollziehbar beschreiben.
Weil wir Fehler und blinde Flecken nicht verstecken, sondern korrigieren wollen. Viele Projekte überarbeiten ihre Modelle im Stillen, wir tun es sichtbar. Wenn sich zeigt, dass eine Kategorie unklar ist oder zu viel Raum für Interpretation lässt, wird sie präzisiert. Änderungen basieren auf Feedback, Tests und neuen Erkenntnissen. Versionierung und Changelogs helfen, diesen Prozess transparent zu halten und Vertrauen aufzubauen.
Die Gewichtung ist eine begründete Annäherung, kein Naturgesetz. Sie nimmt ernst, dass das Grundgesetz die Würde des Menschen und die Verantwortung für Wahrheit besonders hoch gewichtet und Emotion zwar anerkennt, aber in diesen Rahmen eingebettet sieht. 35 / 40 / 25 spiegelt diese Priorität wider, kann aber in Zukunft empirisch überprüft und angepasst werden. Wir tun nicht so, als sei jede Zahl endgültig.
Wir greifen auf etablierte Begriffe zurück, weil sie helfen, unterschiedliche Ebenen von Kommunikation sauber zu unterscheiden. Gleichzeitig wissen wir, dass Fachsprache Distanz schaffen kann. Deshalb übersetzen wir diese Begriffe in einfache Leitfragen. Stimmt das, was behauptet wird. Wird fair mit Menschen umgegangen. Welche Emotion soll erzeugt werden. Die Fachbegriffe dienen uns intern der Präzision, nach außen arbeiten wir mit klarer Alltagssprache.
Fehler sind unvermeidlich, besonders am Anfang. Entscheidend ist, wie man mit ihnen umgeht. Wenn uns oder anderen Inkonsistenzen auffallen, korrigieren wir Bewertungen, dokumentieren die Änderungen und passen das Codebuch an, damit sich Fehler nicht wiederholen. Transparente Fehlerkultur ist kein Zeichen von Schwäche, sondern die Bedingung dafür, dass ein Modell langfristig belastbar und vertrauenswürdig wird.
Wir trennen drei Ebenen. Erstens die normative Grundlage, die offen benannt wird. Zweitens die methodischen Kriterien, die im Codebuch dokumentiert sind. Drittens die konkrete Einzelfallbewertung, die immer fehlbar bleibt. Durch Begründungstexte, Beispiele und Widerspruchsmöglichkeiten machen wir deutlich, dass hier Menschen arbeiten, die sich an Regeln halten, aber nie unfehlbar sind. Objektivität ist Zielrichtung, nicht Besitzstand.
Politische Desinformation und toxische Kommunikation sind akute Probleme. Wir halten es deshalb für vertretbar, mit einem sorgfältig entwickelten, aber als Beta gekennzeichneten Modell in die Öffentlichkeit zu gehen, statt jahrelang im Labor zu bleiben. Der Preis ist, dass wir mit unseren Lernschritten sichtbar sind. Der Gewinn ist, dass wir früh Feedback erhalten und das Modell gemeinsam mit anderen Akteuren verbessern können.
Wir laden ausdrücklich zur kritischen Begleitung ein. Möglich sind methodische Gutachten, Validierungsstudien, alternative Gewichtungsmodelle oder konzeptionelle Einordnungen aus der Rechts, Politik oder Kommunikationswissenschaft. Wer Lust hat, das Modell zu testen, weiterzuentwickeln oder zu widerlegen, ist willkommen. Wir verstehen den Democracy Score als Projekt, das mit wissenschaftlicher Kritik stärker wird, nicht als geschlossene Lehre.
Codierer folgen nicht ihrem Bauchgefühl, sondern einem Codebuch mit „Wenn dann" Regeln. Bewertet wird nicht, ob jemandem eine Position gefällt, sondern ob etwa persönliche Herabsetzungen, unbelegte Unterstellungen oder Pauschalisierungen vorkommen. Mindestens zwei Personen sehen jede Aussage. Bei Abweichungen wird diskutiert, bis die Regel angewendet ist. So wird Subjektivität nicht vollständig ausgeschaltet, aber deutlich begrenzt und kontrollierbar gemacht.
Geistige Offenheit bedeutet nicht, keine Haltung zu haben, sondern diese Haltung offenzulegen und Kritik zuzulassen. Wir erklären unsere normativen Grundlagen, veröffentlichen unsere Kriterien und laden Widerspruch ausdrücklich ein. Wer uns für zu streng, zu milde oder schlicht falsch hält, kann das begründet darlegen. Politische Bildung soll Debatten ermöglichen, nicht abschließen. Daran orientieren wir unser Projekt.
Natürlich beeinflusst jede Form von politischer Bildung Wahrnehmung und Urteilsbildung. Der entscheidende Punkt ist, dass wir keine einzelne Partei oder Ideologie bevorzugen, sondern demokratische Mindeststandards verteidigen. Wir sagen: Entwürdigt Menschen nicht, manipuliert Fakten nicht, delegitimiert Institutionen nicht ohne Belege. Wer diese Standards als „eigene Auffassung" ablehnt, legt einen Konflikt mit dem Grundgesetz offen, nicht mit einer privaten Meinung.
Deutungshoheit wäre der Anspruch, die eine richtige Interpretation zu besitzen. Diesen Anspruch erheben wir nicht. Wir legen offen, wie wir zu unseren Schlüssen kommen und geben anderen die Möglichkeit, das anders zu sehen. Der Democracy Score gewinnt nur so viel Einfluss, wie Öffentlichkeit und Fachwelt ihm durch kritische Prüfung und praktischen Nutzen einräumen. Macht wird nicht beansprucht, sondern allenfalls verliehen und kann jederzeit entzogen werden.
Nein. Wir beschreiben, welche Formen von Sprache demokratische Kultur stärken oder schwächen, und bieten Formulierungsvorschläge an. Wie Menschen sprechen wollen, entscheiden sie selbst. In einer Demokratie ist es legitim, Standards für verantwortliche Kommunikation vorzuschlagen und über Wirkungen von Sprache zu streiten. Problematisch würde es erst, wenn solche Standards mit Zwang oder Sanktionen verbunden wären. Das ist bei uns nicht der Fall.
Gemeinnützigkeit bedeutet, dem Gemeinwohl zu dienen, nicht einer Partei. Deshalb gelten unsere Kriterien für alle Akteure gleich. Wir trennen Analyse und Kommentar, dokumentieren unsere Methodik und veröffentlichen Beispiele aus verschiedenen politischen Spektren. Kritik trifft uns zum Teil von sehr verschiedenen Seiten, was ein gutes Zeichen ist. Am Ende entscheidet die Finanzverwaltung über den Status, wir gestalten ihn aber mit konsequenter Unabhängigkeit vor.
Gerade scharfe Kritik ist ein Stresstest für unser eigenes Modell. Wenn wir behaupten, für bessere demokratische Kommunikation einzutreten, müssen wir auch bereit sein, uns selbst zu befragen, Begriffe zu präzisieren und strategische Fehler zu erkennen. Indem wir Kritik aufnehmen, prüfen wir, wo wir uns klarer ausdrücken müssen oder wo Einwände berechtigt sind. So bleiben wir nicht nur formal gemeinnützig, sondern auch praktisch geistig offen.
Satire darf übertreiben, verfremden und zuspitzen. Entscheidend ist, in welche Richtung der Effekt geht. Wird Macht kritisiert, werden Widersprüche offengelegt und Denkprozesse angestoßen, ist das demokratisch wertvoll. Problematisch wird es, wenn Humor dazu dient, gezielt Gruppen abzuwerten, Gewalt zu verharmlosen oder Menschen zu entmenschlichen. Wir versuchen deshalb, satirische Formen im Kontext zu lesen und nicht an einzelnen Sätzen aufzuhängen.
Sprachmodelle können Muster erkennen, etwa Beleidigungen, bestimmte Frames oder emotionale Intensität. Für eine verantwortliche Bewertung demokratischer Qualität reicht das aber noch nicht aus. Kontext, historische Bezüge und Machtverhältnisse lassen sich schwer automatisiert erfassen. Wir nutzen KI als Werkzeug, zum Beispiel zur Voranalyse oder zur Unterstützung von Codierern, lassen Entscheidungen aber von geschulten Menschen treffen und überprüfen.
Eine Aussage kann je nach Kontext sehr unterschiedliche Wirkung entfalten. Ein ironisches Zitat, eine empörte Reaktion oder eine sachliche Einordnung lesen sich im Transkript oft ähnlich. Deshalb versuchen wir, nicht nur einzelne Sätze zu betrachten, sondern auch Situation, Gesprächsverlauf und Zielrichtung zu berücksichtigen. Wo Kontext fehlt oder unklar ist, bewerten wir vorsichtiger und kennzeichnen die begrenzte Aussagekraft der Analyse.
Opposition soll Regierung kritisieren, Alternativen entwickeln und Missstände benennen. Scharfe Angriffe sind daher ausdrücklich legitim. Der Democracy Score unterscheidet aber zwischen harter Kritik an Regierungspolitik und Angriffen auf die demokratische Ordnung selbst. Wer „die da oben" als korrupte Clique darstellt, der angeblich außerhalb der Verfassung agiert, zersetzt Vertrauen anders als jemand, der konkrete Entscheidungen scharf kritisiert.
Wir bewerten keine Grammatik und keinen Wortschatz, sondern Fairness, Faktentreue und Verantwortung. Man kann in sehr einfacher Sprache sehr demokratisch argumentieren und in hochintellektuellen Sätzen perfide menschenverachtend sein. Ein Kraftausdruck in der Debatte ist nicht automatisch ein Problem, solange die Würde des Gegenübers respektiert bleibt. Elitär wäre es, wenn nur akademische Sprache als hochwertig gälte. Genau das vermeiden wir bewusst.
Dass ein rauer Umgangston Alltag geworden ist, heißt nicht, dass er demokratisch wünschenswert ist. Der Democracy Score orientiert sich an einem Sollzustand, nicht an einer manchmal verrohten Praxis. Wenn wir nur abbilden würden, was längst üblich ist, wären wir ein Stimmungsbarometer, aber kein Kompass. Unser Anspruch ist, sichtbar zu machen, wo Gewöhnung an aggressive Muster die demokratische Kultur schleichend schwächt.
Ja, wir sind eine voll rechtsfähige, im Handelsregister München eingetragene Gesellschaft (<a href="/impressum" class="text-brand-green-700 hover:text-brand-green-800 underline">HRB 306543, Eintragung vom 23.10.2025</a>). Wir sind keine undurchsichtige "Initiative", sondern eine ordentlich gegründete gGmbH mit Sitz in München. Hinter der Organisation steht ein Kernteam um den Gründer und alleinigen Gesellschafter Mirko Lange, aktuell 3 festangestellten Mitarbeiter:innen sowie ein wachsendes Netzwerk aus externen Wissenschaftler:innen und Expert:innen.
Das Finanzamt München hat bereits am 03. September 2025 schriftlich bestätigt, dass unsere Satzung die gesetzlichen Bestimmungen der Abgabenordnung für steuerbegünstigte (gemeinnützige) Zwecke erfüllt. Wir sind also inhaltlich geprüft. Aktuell warten wir lediglich noch auf den formalen Verwaltungsakt (Feststellungsbescheid nach § 60a AO), um auch Zuwendungsbestätigungen (Spendenquittungen) ausstellen zu dürfen. Das ist ein normaler bürokratischer Vorgang nach einer Neugründung und kein Zeichen mangelnder Seriosität.
Die Finanzierung erfolgt in der Aufbauphase zu 100 % aus privaten Mitteln des Gründers Mirko Lange ("Bootstrapping"). Das Stammkapital von 25.000 Euro wurde voll eingezahlt, zudem trägt der Gründer die laufenden Kosten. Es flossen bisher null Euro Steuergelder. Das sichert uns absolute inhaltliche Unabhängigkeit. Wir sind eine zivilgesellschaftliche Organisation, keine staatliche Behörde.
Nein, eine Gewinnausschüttung ist ausgeschlossen. Als gGmbH sind wir an die sogenannte "Vermögensbindung" gebunden: Alle Mittel dürfen nur für satzungsgemäße Zwecke verwendet werden. Die Gesellschafter dürfen keine Gewinnanteile erhalten. Sollte die Gesellschaft jemals aufgelöst werden, fällt das verbleibende Vermögen an eine andere steuerbegünstigte Körperschaft oder eine juristische Person des öffentlichen Rechts. Niemand kann sich hier privat bereichern.
Weil Staatsferne für die Bewertung politischer Kommunikation essenziell ist. Ein staatlicher "Wahrheits-TÜV" stünde immer unter dem Verdacht der Einflussnahme durch die Regierung. Als private gGmbH unterliegen wir nur dem Gesetz und unserer Satzung, die uns auf die Werte des Grundgesetzes und die politische Bildung verpflichtet. Wir können unabhängig agieren und auch Regierungshandeln kritisch bewerten.
Nein. Der Zweck der Gesellschaft ist laut Handelsregister umfassend definiert: Er reicht von der Entwicklung von Analysetools über Bildungsworkshops bis hin zu Forschungsvorhaben im Bereich Demokratietheorie. Wir sind operativ tätig, entwickeln Software und Content. Die Rechtsform der gGmbH wurde gewählt, um diesen Zweck dauerhaft und rechtssicher zu verankern, unabhängig von tagespolitischen Stimmungen.
Kurz gesagt: Nein, unsere Plattform ist nicht Open Source. Wir entwickeln auch keine Software im klassischen Sinne eines stabilen, abgeschlossenen Produkts, sondern ein laufend weiterentwickeltes Analyse- und Bewertungssystem. Der konkrete Code ist dabei nicht der zentrale Wertträger und daher aktuell auch nicht für eine Open-Source-Nutzung gedacht.
Unser Schwerpunkt liegt stattdessen auf etwas anderem: methodischer und inhaltlicher Transparenz. Wir legen offen, wie wir arbeiten – also Datenbasis, Bewertungslogiken, Kriterien, Gewichtungen, Prompts, Annahmen und Grenzen. Diese Elemente dokumentieren wir nachvollziehbar und arbeiten perspektivisch auch an Auditierbarkeit auf dieser Ebene. Zusätzlich planen wir, ausgewählte Zugänge über eine REST-API bereitzustellen.
Uns ist wichtig, dass Ergebnisse überprüfbar, kritisierbar und verständlich sind – auch ohne den gesamten Code offenlegen zu müssen.
Letzte Aktualisierung: 13.5.2026 | Democracy Intelligence